In Bremervörde gibt es Wohngebiete unterschiedlicher Jahrzehnte und mit unterschiedlicher sozialer Struktur. Neben Wohngebieten mit überwiegender Einfamilienhausbebauung und ländlichen Wohngegenden gibt es Gebiete mit Wohnblocks der 70er Jahre, darunter auch stigmatisierte Wohngebiete. In diesen Bereichen wurde von den beiden Kirchengemeinden der Stadt in der Vergangenheit eine sozialraumorientierte GWA mit zwei Anlaufstellen, dem Stadtteilladen und dem Nachbarschaftsladen, aufgebaut. Hier finden insbesondere Familien mit Kindern, unter ihnen eine Mehrzahl mit Migrationsgeschichte Förderung in Gestalt von Hausaufgabenbetreuung, von pädagogischen Angeboten und Beratung. Auch Anwohnergruppen machen sich die Läden als Ort der Begegnung zu eigen: Nachbarschaftstreffen, Frauentreffen, internationale Frauengruppe, internationales Kochstudio, Handarbeitskreise usw. Über die Beratungsarbeit fungieren die Läden darüber hinaus als Vermittlungsstelle für weiterführende Fachberatung. Dazu sind sie im Netzwerk der örtlichen Beratungsstellen von Landkreis und Diakonie sehr gut eingebunden und Kooperationspartner verschiedener lokaler Akteure.
Diese auf zwei Wohngebiete bezogene Arbeit und die darin gemachten Erfahrungen werden im Projekt „ZUSAMMEN-finden: Nachbarschaft ist, was du daraus machst“, beibehalten, weiterentwickelt und auf das Gesamte der Kernstadt Bremervörde ausgeweitet. Es werden Begegnungsräume geschaffen, in denen sich Angehörige unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen niedrigschwellig wahrnehmen, austauschen und vernetzen. Dadurch wird Vereinsamungstendenzen begegnet, Vorurteilen entgegengewirkt, Konflikten vorgebeugt und Nachbarschaftshilfe in entstehenden Netzwerken ermöglicht. Aus Teilnehmenden werden Mitwirkende. Hier geht es also um eine gesamtstrukturelle Entwicklung in der Stadt: Der Zusammenhalt von Menschen unterschiedlicher sozialer, ethnischer und kultureller Herkunft wird gefördert. Sie entdecken vorhandene Ressourcen und manches Verbindende, nehmen gemeinsam Missstände wahr und adressieren sie gemeinsam in der Öffentlichkeit. Auf diese Weise erwachsen aus der bestehenden Arbeit neue Formen der Selbstorganisation und Beteiligung. Ziele wie die Verbesserung der Wohnqualität in stigmatisierten Quartieren kommen im Austausch mit Verwaltung und Politik, mit Stadtteilvereinigungen und mit Vertretern der Wohnungswirtschaft verstärkt in den Blick. Mit Kooperationspartnern im gesamtstädtischen Kontext werden gemeinsame Initiativen begründet.
Die Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Liborius wird im laufenden Jahr 2026 (letztes Jahr der Förderung) durch Beratung und Förderung erfolgreich von "Gute Nachbarschaft" bei der Entwicklung einer Gemeinwesenarbeit in ihrem Bereich ("Nachbarschaftsladen Engeo") unterstützt. Parallel dazu ist in der Nachbarkirchengemeinde, der Ev.-luth. Auferstehungskirche, ein vergleichbares Projekt entstanden, der Stadtteilladen, der bereits nach der Selbsthilfe-RL der LAG soziale Brennpunkte gefördert wurde. Von dieser Seite her (H. Simon, J. Huesmann, J. Klatt) kam die Anregung, aus diesen beiden Stadtteil-Initiativen eine abgestimmte GWA für das Gebiet der Gesamtstadt Bremervörde zu entwickeln.
In Bremervörde gibt es Wohngebiete unterschiedlicher Jahrzehnte und mit unterschiedlicher sozialer Struktur, deren Bewohnerschaft in weiten Teilen unverbunden nebeneinander lebt: Einfamilienhausgebiete, Gebiete mit Wohnblocks der 70er Jahre, stigmatisierte Wohngegenden, ländliche und landwirtschaftlich geprägte Lagen. Menschen mit höherem oder kleinerem Einkommen, Menschen in prekären Lebensverhältnissen und viele Menschen mit Migrationshintergrund leben in unterschiedlichen Kulturkreisen und Lebenswelten.
In beiden Läden gibt es in den vergangenen Jahren vielfältige und gute Erfahrungen im Ringen um mehr soziale Teilhabe und gelingende Integration. Beide Anlaufstellen sind mit vielen Akteuren vor Ort bestens vernetzt, z.B. Schulen, Kinderschutzbund, Jobcenter, Polizei, Beratungsstellen des Landkreises und der Diakonie, haben in Verwaltung und Politik bei Stadt und Landkreis über die Jahre hohes Ansehen erworben und werden von dort zuletzt mit ca. 50 % gefördert.







