Kurzbeschreibung der Methode: 
Eine aktivierende Befragung in der Göttinger Weststadt zeigte, dass für Jugendliche aus armen Familien der Druck, Geld zu verdienen, eine große Hürde für ehrenamtlichen Einsatz im Viertel darstellt. Ehrenamt erscheint in der Lebensrealität der Bewohner*innen als ein Privileg und steht in Konkurrenz zu z.B. einem Minijob. Die Auszahlung kleiner Honorarbeträge für Jugendleiter*innentätigkeiten öffnete die Tür für Lernbereitschaft und Engagement.
Ablauf: 
Ausgehend von der Befragung entschieden wir, für den praktischen Teil unserer geplanten Jugendleiter*innenschulung kleine Honorare auszuzahlen. Bei der direkten Ansprache von potenziellen Teilnehmer*innen und in Infoflyern zur Schulung wurde die konkrete Summe als einer von vielen Vorteilen benannt und deutlich gemacht, unter welchen Bedingungen sie ausgezahlt wird. Die Aussicht auf das Honorar bewegte Jugendliche und junge Menschen zur Anmeldung, für die ehrenamtliches Engagement außerhalb der direkten Familie und Freundesgruppe bisher keine Rolle spielte. Die Teilnehmenden besuchten eine fünftägige Schulung zum/ zur Jugendleiter*in. Im anschließenden Praxisteil entwickelten sie selbst Angebote für Kinder und setzten sie, begleitet von erfahrenen Pädagog*innen, um. Nach Abschluss des Praxisteils wurde das Honorar ausgezahlt.
Chancen: 
Das Zahlen der Honorare hat sich bewährt, weil es an das direkte Interesse von jungen Menschen aus armen Verhältnissen anknüpft, Geld zu bekommen. So erlernen junge Menschen aus dem Viertel wichtige Fähigkeiten, die sonst nicht erreicht worden wären. Sie erfahren Selbstwirksamkeit, knüpfen Kontakte für zukünftigen Einsatz und treten für Jüngere als Vorbild aus der Community auf.
Mögliche Probleme: 
Größte Schwäche der Methode: die Finanzierung. Mittel fürs Zahlen von Honoraren müssen eingeplant werden. Wie in der Jugendarbeit häufig der Fall, bleibt es bei einzelnen Teilnehmenden bei einem einmaligen Engagement. Das Knüpfen eines Netzwerks, in dem die Jugendleiter*innen ihr Können regelmäßig einsetzen, muss durch den Träger gefördert werden, Inhalte und Beziehungsarbeit an 1.Stelle stehen.
Handlungsfelder: 
Soziale Aktivitäten und soziale Infrastruktur
Sport und Freizeit
Zusammenleben unterschiedlicher sozialer und ethnischer Gruppen
Zielgruppe: 
Kinder (bis 14)
Jugendliche/junge Erwachsene (bis 26)
Menschen mit Zuwanderungsgeschichte
Frequenz der Beteiligung: 
Wiederholend
Anzahl der Teilnehmer/innen : 
bis 10
Autor: 
Jordis Aschern