Veranstaltung mit über 70 Akteuren aus dem Praxisnetzwerk fragt nach Anregungen für politische Beteiligung – erst recht mit Blick auf die Folgen der Pandemie-Zeit  

Soziale Infrastruktur und Zusammenleben – das sind die Handlungsfelder, die nach Auskunft der Teilnehmenden an der Umfrage „Folgen der Pandemie in den Quartieren“ jetzt im Fokus stehen und die größten Handlungsbedarfe haben. „Zusammenhalt fördern“, „Spaltung vermeiden“, „Gelegenheit für Austausch“ - nur einige Nennungen, die sichtbar machen, wie sehr in den Quartieren jetzt darum gerungen wird, alle mitzunehmen, die in der Pandemie verschärften Schieflagen und Schicksale aufzufangen.  Auch dazu gehört, die Aktivierung für Beteiligung wieder anzuschieben, Lust auf Demokratie und nicht zuletzt die Kommunalwahlen im September zu machen.

Als konkreten Vorschlag dafür brachte die LAG ein Würfelspiel mit Fragen zur aktiven Beteiligung vor Ort ein. In Kooperation mit dem Spielfeld Gesellschaft, einer Initiative der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung und der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung hat eine Projektgruppe das Spiel „SPIELRAUM für Gute Nachbarschaft“ für Bewohner:innen, Akteure in der Gemeinwesenarbeit, aber auch Kommunalpolitik und Verwaltung entwickelt.

„Wenn man miteinander lachen kann, dann hat man schon gewonnen – auch wenn es um ernste Themen geht.“  sagt Christel Kijewski, Leitung Mehrgenerationenhaus (MGH) Bürgertreff Verden während im Garten des Treffs gerade das allererste Mal das Spiel „SPIELRAUM für Gute Nachbarschaft“ probegespielt wurde. Und gemeinsam gelacht wurde reichlich. Und auch diskutiert, Ideen entwickelt und Neues erfahren.

Das Video von dieser und einer weiteren Spielerprobung in Bersenbrück bot Einblick, wie das Spiel aktiviert für Beteiligung, zum Austausch anregt und verbindet – aber auch wie und wo es eingesetzt werden kann. Auch im Studio wurde gespielt: die vier Gäste würfelten, setzten ihre Spielfiguren und ließen sich von den Fragen überraschen. Barbara Weissenborn, Kommunalpolitikerin in Nienburg, Tibor Herczeg, Geschäftsführer im Verband Wohneigentum und Andreas Bodamer-Harig, langjährig tätiger Gemeinwesenarbeiter antworteten jeweils aus ihrer Perspektive und fanden so ergänzende Ideen. Die vierte Mitspielerin, Petra Melchior, hat schon zu Beginn der Veranstaltung für die Projektpartnerin NBank in der Förderung „Gute Nachbarschaft“ das Publikum begrüßt, sie ist dort Leiterin „Lebensräume – Umwelt & Gemeinwesen“. Für das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Bauen, Energie und Klimaschutz, bei dem die Förderung angesiedelt ist, sprach Petra Schröder begrüßende und einleitende Worte.  

Bestellmöglichkeit für das Spiel SPIELRAUM für Gute Nachbarschaft

Den fundiert wissenschaftlichen Blick auf politische Teilhabe unter dem Einfluss von Lebenswelt und Quartiersbezug brachte Prof. Dr. Armin Schäfer ein. Der Politikwissenschaftler an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster ist bekennender Demokratie-Fan, stellt aber auch fest, dass es Probleme darin gibt. So hielten viele Menschen mit schlecht bezahlter oder keiner Erwerbsarbeit, mit niedrigen Bildungsabschlüssen oder in benachteiligten Quartieren politische Beteiligung für nicht lohnenswert, da ihre Interessen in vielen Fällen gar nicht zum Zuge kämen. Dass diese Wahrnehmung nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, konnte das Forschungsteam um Schäfer belegen: Entscheidungen werden häufig im Sinne derer getroffen, denen es besser geht, die über mehr Ressourcen jeder Art verfügen.

Zum Abschluss der zweistündigen Online-Konferenz nutzten die Teilnehmenden sehr engagiert den Austausch untereinander in den Kleingruppen-Räumen. Hier wurde auch schon überlegt, wie das Spiel zukünftig eingebunden werden kann – ab Ende Juli stehen fertige Exemplare SPIELRAUM für Gute Nachbarschaft oder die Vorlagen zum Selberproduzieren zur Verfügung.

Ganze Veranstaltung:

Trailer:

Alle Videos findet Ihr auch in unserem:

youtube-Kanal

 

Weiterreden könnt ihr ...

… auf der Plattform "Gute Nachbarschaft in Zeiten von Corona"
 

Ein großer Dank an alle Beteiligten!

Bis zum nächsten Mal und bleibt gesund!