Wir stärken unsere Quartiere und die Gemeinwesenarbeit mit der Einrichtung eines neuen Förderfonds und sichern die Finanzierung unserer Nachbarschaftszentren dauerhaft und nachhaltig. Die erfolgreiche Implementierung des Fonds basiert auf zwei Säulen:einer strategischen Fundraising-Konzeption und der präzisen Klärung der rechtlichen und formalen Voraussetzungen und Förderkriterien. Wichtige Fragestellungen sind dabei: Wo bzw. durch wen wird dieser Fonds verwaltet (Trägerschaft), nach welchen Kriterien wird ein- und ausgezahlt (Förderkriterien) und welche vertraglichen Grundlagen (Rechtsrahmen) sind erforderlich? Diese werden mit Hilfe des Projektes beantwortet. Auch bedarf es der gemeinsamen Entwicklung einer guten Fundraising-Strategie, um möglichst eine breite Bevölkerung, regionale Betriebe und Unternehmen zu erreichen, für die Idee zu gewinnen und dauerhafte lokale Geberpartnerschaften abzuschließen. Zusätzlich entwickeln wir mit den zivilgesellschaftlichen Trägern der NBZ ein nachhaltigeres Finanzmodell zur Sicherung der Göttinger NBZ. Zentraler Baustein A ist der neue Förderfonds, der über einen AK-Förderfonds bearbeitet und ins Leben gerufen wird. Über die Einrichtung einer AG-Finanzen NBZ mit den beiden Teilprojekten (Leineberg und Holtenser Berg) wird die betriebswirtschaftliche Lage der NBZ bearbeitet und ein vergleichbares Non-Profit-Controlling für ehrenamtlich geführte NBZ erstellt (Baustein B). Die NBZ werden bereits über eine kommunale Sockelfinanzierung gefördert (freie Förderung), die gedeckelt ist und nicht weiter erhöht werden kann. In einer verwaltungsinternen AG-Finanzierung NBZ (Baustein C) erstellen wir ein fachamtsübergreifendes (Leistungs-)Portfolio zur Hebung zusätzlicher Finanzierungsquellen für die Sockelfinanzierung.
Die Stadt Göttingen als Projektträgerin koordiniert und steuert das Projekt über die Einrichtung und Organisation verbindlicher Arbeitsgruppen und führt die Ergebnisse zusammen, unterstützt die zu entwickelnde Fundraising Strategie über die Bewerbung und Darstellung des Mehrwertes von GWA in einer breiten Öffentlichkeit und gewinnt in Zusammenarbeit mit dem AK-Förderfonds Multiplikator*innen für den Fonds sowie Kooperations- und Geberpartnerschaften. Mittels einer repräsentativen Galaveranstaltung werden strategische Partnerschaften initiiert, der Bekanntheitsgrad der GWA gesteigert und deren gesamtgesellschaftlicher Mehrwert kommuniziert.
Die Stadt Göttingen ist trotz einer starken universitären Basis und hoher Lebensqualität im historischen Stadtkern mit den typischen Problemen einer segregierten Stadtstruktur (Arbeitslosigkeit, demografische Herausforderrungen wie die Versorgung älterer Menschen, hoher Ausländeranteil, Armutsgefährdung und Wohnraummangel) behaftet. Als zentrale Bausteine einer inklusiven und stabilen Stadtentwicklung fördert die Stadt den Betrieb von NBZ und die GWA in einzelnen Stadtteilen. Dieser Ansatz zeigt Erfolg. Die mittlerweile fest verankerten und als Anlaufstelle im Quartier geschätzten sieben NBZ erreichen die Menschen vor Ort und ermöglichen durch ihre Angebote soziale Teilhabe und Begegnung. Die Finanzierung und Sicherung dieser Angebote fußt auf einem kooperativen Finanzmodell von Stadt und zivilgesellschaftlichen Trägern. Die Kommune sichert eine anteilige Finanzierung i. H. von 50.000 € zu, weitere Finanzmittel müssen die Träger eigenständig einwerben. Dieses Finanzmodell wackelt und stellt die NBZ immer wieder vor finanzielle Herausforderungen; besonders ehrenamtlich getragenen NBZ (Holtenser Berg, Leineberg) droht das aus. Die Einwerbung von Projektmitteln bindet personelle Ressourcen, erfordert (Förder-)Fachwissen und oft eine anteilige Kofinanzierung und wird von den Zentren mit wechselndem Erfolg gemeistert. Personelle Ressourcen, die für die Entwicklung der GWA gedacht sind, sind mit der Einwerbung von Drittmitteln gebunden, Angebotsreduzierung und eingeschränkte Öffnungszeiten sind die Folge. Hier besteht Handlungsbedarf, ein nachhaltigeres, projektunabhängiges Finanzmodell in Kooperation mit den Trägern zu entwickeln.
