Das Teilprojekt verfolgt das Ziel das subjektive Sicherheitsempfinden zu stärken, die politische Selbstwirksamkeit und die Beteiligung in den Zielvierteln zu erhöhen. Das Nachbarschaftszentrum Holtenser Berg (NBZ) erhält eine Sockelfinanzierung von der Stadt Göttingen, diese ist jedoch allein nicht ausreichend um den Betrieb des NBZ aufrecht zu erhalten, die notwendigen Finanzen zu akquirieren und die vorhandenen Strukturen zu sichern.
Dieses Ziel wird durch drei Unterziele erreicht:
Unterziel 1: Stärkung demokratischer Strukturen zum Abbau von Politikverdrossenheit und dem Erstarken rechtsextremer Parteien. Die Angebote werden von den Bewohner*innen mit Unterstützung durch das NBZ organisiert, um Wissensvermittlung über demokratische Werte und aktive Teilhabe zu fördern.
Unterziel 2: Stärkung des subjektiven Sicherheitsempfindens und Förderung der Kriminalprävention. Bestehende Ängste werden ermittelt, mit Hilfe von Polizei, Verwaltung und Drogenberatung bearbeitet und Lösungen auf baulicher oder sozialer Ebene gefunden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Jungen und jungen Männern, die häufig als Bedrohung wahrgenommen werden, aber auch überdurchschnittlich oft Täter und Opfer in Gewaltsituationen sind.
Unterziel 3: Finanzierung. Gemeinsam mit der Stadt Göttingen werden stabile Finanzierungsstrukturen entwickelt werden, um die Kontinuität der Angebote und der Gemeinwesenarbeit dauerhaft zu sichern.
Das NBZ wurde 2017 gegründet, da das von Armut geprägte Viertel viele alleinstehende Ältere aufweist und es keine Altenpflegeeinrichtung gab und gibt. Mit ehrenamtlichen Begegnungsangeboten wurde Gemeinschaft und gegenseitige Hilfe gestärkt, um vorpflegerische Bedarfe abzufedern. Die Leiterin etablierte sich als Kümmerin im Viertel und unterstützt mit niederschwelliger Beratung bei Alltags- und Behördenfragen. Über die Zusammenarbeit mit Institutionen und Politik entstand ein gutes Netzwerk zur Verweisberatung. Projekte mit der Aktion Mensch bezogen Menschen mit psychischen und physischen Behinderungen stärker ein und Barrieren im Viertel wurden abgebaut. Im NBZ hat sich aus engagierten Bürger*innen das Forum Göttingen Nord-West (FGNW) gebildet, das das Image vom "Prügelhügel" wegbringen und die Übernahme rechtsextremer Weltbilder verhindern will. Das Haupthindernis dabei ist Politikverdrossenheit. Der Holtenser Berg verfügt über keinen Ortsrat, Beteiligungsstrukturen sind unzureichend. Die Wahlbeteiligung auf dem Holtenser Berg liegt bei 58 % (Stadt 83 %) davon wählen 33% die AfD (Stadt 9 %). Eine neue Herausforderung ist die Sicherheitslage. Im Quartier sind sichtbarer Konsum und Handel von Cannabis und illegalen, auch chemischen Drogen präsent. Dies führt zu Konflikten im öffentlichen Raum, besonders Ladenpassage, und erhöht das Unsicherheitsempfinden. Öffentliche Räume werden zunehmend gemieden. Um diesen Herausforderungen entgegenzutreten, ist die Entwicklung eines soliden Finanzierungsmodell notwendig. Das NBZ arbeitet mit der Stadt Göttingen zusammen und stärkt eigene Möglichkeiten wie z.B. Spenden- und Mitgliederakquise sowie die Darstellung der GWA im Quartier.
