Kurzbeschreibung der Methode: 
Aktivierende Bewohnerbefragungen finden in der Regel bei den Bewohnerinnen und Bewohnern eines Quartiers zu Hause statt. Die Besonderheit ist, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht nur zu ihrer Meinung befragt werden, sondern sich auch selbst einbringen können, indem sie innerhalb des Gesprächs ihre eigenen Themenschwerpunkte setzen können und dazu befragt werden, inwiefern sie sich vorstellen können, selbst für ihr Quartier aktiv zu werden.
Ablauf: 
Zahlreiche Haushalte erhalten ein Einladungsschreiben, in dem die Befragung angekündigt wird. Dabei wird darauf geachtet, Haushalte aus sozialstrukturell unterschiedlichen Teilbereichen auszuwählen. So werden z. B. Haushalte in Einfamilienhäusern ebenso berücksichtigt wie Haushalte in größeren Wohnblöcken. Die Teilnahme an der Befragung ist selbstverständlich freiwillig und anonym. Die Gespräche finden in der Regel bei den Bewohnerinnen und Bewohnern zu Hause statt, jedoch besteht auch die Möglichkeit, ein Treffen an einem öffentlichen Ort zu vereinbaren. Eine aktivierende Befragung endet mit der Ergebnispräsentation. Dabei sollte es sich nicht um eine reine Präsentation handeln, sondern die Bewohnerinnen und Bewohner sollten die Möglichkeit haben, sich selbst einzubringen. Nach Möglichkeit sollten nun bereits die Planungen für die Umsetzung einzelner Vorschläge beginnen.
Chancen: 
Aktivierende Bewohnerbefragungen sind eine gute Methode, um mehr über die Stärken und Schwächen eines Quartiers und das Aktivierungspotenzial der Bewohnerinnen und Bewohner zu erfahren. Sie erlauben einen direkten Zugang zu den Menschen und ermöglichen gute Einblicke in die Lebenswelt der Menschen. Es können auch Menschen erreicht werden, die bislang noch keine Angebote im Quartier nutzen.
Mögliche Probleme: 
Die Methode ist sehr aufwändig und bindet viel Zeit. Es kann schwierig sein, Menschen zur Teilnahme zu motivieren. Sprachbarrieren können ein weiteres Hindernis darstellen. Wichtig ist, bereits vor Beginn gute Methodenkenntnisse zu erwerben und z. B. zu lernen, was eine qualitative Befragung von einer quantitativen Befragung unterscheidet und welche Aussagekraft die Ergebnisse tatsächlich haben.
Handlungsfelder: 
Soziale Aktivitäten und soziale Infrastruktur
Wohnen und Wohnumfeld
Zielgruppe: 
Alle Anwohner
Dauer: 
ca. 30 - 60 Minuten pro Gespräch
Frequenz der Beteiligung: 
Wiederholend
Anzahl der Teilnehmer/innen : 
über 100
Autor: 
Annkathrin Knorr